Einträge mit dem Tag ‘Slowakei’

Slowakei: Gesetz zur Förderung von Alternativenergie endlich verabschiedet

Verfasst am 14. August 2009 von Mag. Bernhard Hager LL.M.

Am 1.9.2009 tritt das langersehnte Gesetz Nr. 309/2009 über die Förderung erneuerbarer Energie in Kraft, das endlich die notwendige Rechts- und Planungssicherheit für diesen Bereich der Energieerzeugung bringen soll.

Das Gesetz Nr. 309/2009 zur Förderung erneuerbarer Energie tritt grundsätzlich am 1.9.2009 in Kraft, die Förderungsbestimmungen jedoch erst am 1.1.2010.

Das Gesetz sieht folgende Arten der Förderung von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen und Biogas vor:

  • Bevorzugter Anschluss an das regionale Distributionsnetz,
  • Bevorzugter Zugang in das System der Stromübertragung, Stromdistribution und Stromlieferung,
  • Stromabnahme für 15 Jahre,
  • Zuzahlungen für 15 Jahre.

In dem Gesetz werden weiters geregelt:

  • Pflichten und Rechte der einzelnen Beteiligten,
  • Gründe, für die Verweigerung des Anschlusses der Anlage an das Netzwerk,
  • Herkunftszertifikate für Grünstrom und Biomethan,

Mit Beschluss des Regulierungsamts URSO Nr. 2/2009 wurden die Einspeistarife für 2010 neu festgelegt.

Nähere Informationen zum Bereich Alternativenergie in der Slowakei, die detaillierten Einspeistarife und eingereichten Alternativenergieprojekte finden sich im NH Alternativenergiereport, Juni 2009, der hier abrufbar ist.

Bewegung bei slowakischen Windparks

Verfasst am 14. Juni 2009 von Mag. Bernhard Hager LL.M.

Derzeit herrscht in der Slowakei ein Stillstand bei Windkraftanlagen, da:

  • der Übertragungsnetzbetreiber SEPS keine Stellungnahmen zur Vereinbarkeit eines Projekts mit dem Betrieb des Übertragungsnetzes ausstellt,
  • das Wirtschaftsministerium ohne die SEPS-Stellungnahme keine Bescheinigung im Sinne des § 11 EnergieG über die Vereinbarkeit des Windkraftprojekts mit der langfristigen Energiepolitik der Slowakei ausstellt,
  • es noch kein Gesetz über erneuerbare Energie gibt, das die Erzeugung, Förderung, Einspeisung in das Elektrizitätsnetz etc regelt.

Dennoch gibt es laut der am 16.9.2008 veröffentlichten Pressemeldung der SEPS bis zum Jahr 2014 geplante Windkraftkapazitäten im Ausmaß von ca. 5100 MW.

Es bestehen aber Anzeichen für eine Belebung des Prozesses:

  • Der Entwurf des Gesetzes zur Förderung erneuerbarer Energie befindet sich im Parlament und soll am 1.8.2009 in Kraft treten. Die im Gesetz enthalten Förderbestimmungen sollen ab dem 1.1.2010 wirksam werden.
  • SEPS hat die SEPS-Studie mittlerweile fertig gestellt. Wenn auch noch nicht veröffentlicht, so soll in Kürze eine Entscheidung über die Voraussetzungen und Bedingungen ergehen, unter denen SEPS eine (positive) Stellungnahme zu den Windkraftprojekten abgeben wird.
  • Es bestehen umfangreiche Fördermittel für Alternativenergie.

Insgesamt deutet somit alles darauf hin, dass der Stillstand bei Windkraftanlagen ein Ende hat, und auch in der Slowakei ein Boom im Bereich der Windkraft einsetzen wird.

Eine ausführliche Windparkstudie findet sich hier.

Nationaler Allokationsplan in der Slowakei veröffentlicht?!

Verfasst am 10. März 2009 von Mag. Bernhard Hager LL.M.

Der slowakische NAP 2008-2012 hat eine lange Geschichte (siehe dazu den Weblogeintrag vom 27.10.2008). Am 12.2.2009 wurde nun auf der Homepage des slowakischen Umweltministeriums eine Excel-Tabelle mit der Zuteilung von Emissionszertifikaten für die Periode 2008 – 2012 veröffentlicht (NAP 2008 – 2012). Nach Auskunft des Umweltministeriums handelt es sich dabei um die endgültige Fassung des NAP 2008 – 2012. Wer mit der Zuteilung nicht einverstanden ist, hat ab dem 12.2.2009 zwei Monate Zeit, die Zuteilung zu bekämpfen.

Da das Emissonshandelsgesetz selbst nichts über die rechtliche Klassifizierung des NAP aussagt, besteht eine große rechtliche Unsicherheit, ob die Zuteilung als allgemeine Norm beim Verfassungsgericht oder als individuelle Entscheidung beim Höchstgericht zu bekämpfen ist. 

Wer mit einer Zuteilung nicht zufrieden ist, kann den Allokationsplan entweder aus formellen bzw. verfahrensrechtlichen Gründen oder aus inhaltlichen Gründen anfechten. Nach meiner Meinung wurde das Verfahren zur Erlassung des Plans gem. § 8 EmissionshandelsG nicht in allen Punkten eingehalten. Weiters ist der NAP aus formeller Sicht anfechtbar, da er nicht die im § 8 und Anhang 3 aufgezählten Informationen enthält. Solche Informationen waren nur in Dokumenten zu finden, die als “Entwurf” gekennzeichnet waren, fehlen aber in der Veröffentlichung vom 12.2.2009. Allerdings können formelle und verfahrensrechtliche Argumente nur dann wirksam vorgebracht werden, wenn diese (wie auch nach der österreichischen Rechtslage) für den Betroffenen wesentlich waren.

Aus inhaltlicher Sicht kann der NAP bekämpfen, wer in seinen durch die Verfassung oder internationale Veträge garantierten Rechten verletzt wird oder der Meinung ist, dass in Verletzung des Art. 87 EGV über verbotene Beihilfen bestimmten Unternehmen oder Sektoren ein Vorteil gewährt wird.

Man darf also gespannt sein. Am 18.3.2009 findet jedenfalls in Bratislava der “1st Slovak Carbon Day” statt, in dessen Rahmen auch zum NAP, zu Rechtsmitteln, zu Anlagenstilllegungen und zum Handel mit Zertifikaten vorgetragen werden wird.